Reifendruck-Rechner
Richtwerte nach Frank-Berto-/SRAM-orientiertem Modell — gewichtsabhängig, mit ca. 40/60 Lastverteilung und Untergrund-Korrektur aus Deinem Setup.
Richtwert für Tubeless/Schlauch. Im Gelände in 0,1-bar-Schritten anpassen, bis das Rad weder durchschlägt noch springt. Felgenbreite, Carcass und Pannenschutz beeinflussen das Optimum zusätzlich.
Reifen-Tipp: Für Allroad-Profil mit 40 mm passt z. B. der Schwalbe G-One R Pro. Mehr Modelle im Reifen-Finder.Dein Setup
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Fahrer:in inkl. Bekleidung, Bike & Gepäck
Tatsächlich gemessene Breite
Hintergrund
Warum ist der Luftdruck beim Graveln wichtig?
Auf Schotter, Waldwegen und losem Untergrund entscheidet der Reifendruck darüber, wie ruhig dein Bike rollt, wie viel Grip du hast und wie schnell du bist. Zu viel Druck macht den Reifen springig — er verliert Bodenkontakt und überträgt Stöße direkt in Hände und Sitz. Zu wenig Druck bringt Komfort, erhöht aber das Risiko von Durchschlägen, Felgenschäden und Burping bei Tubeless.
Was beeinflusst den optimalen Druck?
- Systemgewicht: Fahrer:in plus Bike, Bekleidung und Bikepacking-Gepäck. Mehr Gewicht braucht mehr Druck — auch zwischen Vorder- und Hinterrad gibt es Unterschiede, weil hinten deutlich mehr Last aufliegt.
- Reifenbreite: Breitere Reifen brauchen weniger Druck, weil das größere Luftvolumen die Last mit Komfort aufnimmt.
- Untergrund: Asphalt und harter Schotter vertragen mehr Druck, lockerer Boden und Wurzeltrails wollen weichere Reifen für Grip und Traktion.
- Felgenmaulweite und Karkasse: Eine breite Felge und stabile Carcass erlauben tendenziell weniger Druck, ohne dass der Reifen wegrollt oder in Kurven kollabiert.
Faustregel für die Feinjustierung
Starte mit dem Richtwert aus dem Rechner und justiere in 0,1-bar-Schritten: Wenn das Vorderrad in Kurven wegrutscht oder abdrückt → 0,1 bar mehr. Wenn der Reifen springt oder bei jedem Schlag durchschlägt → 0,1 bar weniger. Hinten in der Regel 0,2–0,4 bar über dem Vorderrad.
Tubeless oder Schlauch?
Tubeless erlaubt deutlich weniger Druck (mehr Grip & Komfort, geringere Pannengefahr durch Dornen), benötigt aber Dichtmilch und ein passendes Felgenband. Mit Schlauch sind die Empfehlungen aus dem Rechner weiterhin gültig, du solltest aber 0,2–0,3 bar zugeben, um „Snake Bites" durch Felgenkontakt zu vermeiden.
FAQ
Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?
Vor jeder längeren Tour, mindestens aber alle 7–10 Tage. Tubeless-Reifen verlieren typisch 0,1–0,2 bar pro Woche durch die Karkasse, mit Schlauch ist die Verlustrate ähnlich. Eine kurze Sicht- und Druckprobe vor dem Start verhindert Burping in der ersten Kurve und schützt vor Snake Bites bei Stoßkanten.
- Brauchen Vorder- und Hinterrad denselben Druck?
Nein. Hinten lasten typisch 60–65 % deines Systemgewichts, deshalb fährt man dort 0,2–0,4 bar mehr. Mit gleichem Druck wäre das Hinterrad zu spongy und das Vorderrad zu hart — Komfort und Grip leiden vorne, das Pannenrisiko steigt hinten.
- Macht die Außentemperatur einen Unterschied?
Ja, deutlich. Pro 10 °C Temperaturänderung verschiebt sich der Druck um etwa 0,07 bar (Gay-Lussac-Gesetz). Wer im Sommer bei 30 °C aufpumpt und im Winter bei 0 °C losfährt, hat schnell 0,2 bar zu wenig — also vor jeder Tour bei aktueller Temperatur prüfen, nicht nur einmal pro Woche in der warmen Garage.
- Mit Schlauch dann generell mehr Druck?
Plus 0,2–0,3 bar als Faustregel — Snake Bites (Doppel-Pinch durch Felgenkontakt) sind das Hauptrisiko. Lightweight-Latex-Schläuche brauchen weniger Reserve, Standard-Butyl mehr. Wer Tubeless gewöhnt ist und mit Schlauch zu wenig Druck fährt, riskiert Felgenhorn und Schlauch in einem einzigen Schlag.
- Geht zu wenig Druck irgendwann nach hinten los?
Ja, in mehreren Schritten: weiche Karkasse → Lenkimprezision in Kurven → Reifenboden trifft Felge → Burping (Luftverlust) bis hin zur Beschädigung des Felgenhorns. Wenn der Reifen sich beim Wiegetritt sichtbar wegrollt oder die Flanke quietscht, sind mindestens 0,2 bar mehr fällig.
- Wie kalibriert man die Empfehlung individuell?
Starte mit dem Richtwert und mache eine kurze Test-Schleife mit zwei bekannten Kurven und einem ruppigen Abschnitt. Springt der Reifen → 0,1 bar runter. Drückt er sich beim Anbremsen sichtbar weg → 0,1 bar rauf. Nach drei bis vier Iterationen hast du deinen persönlichen Sweet Spot — den merkst du dir am besten direkt im Setup-Panel.